Beziehungen werden heute auf ihre Fähigkeit geprüft, mit emotionalen Belastungen fertig zu werden, die es früher nicht gab.
Heute werden Beziehungen auf ihre Fähigkeit getestet, mit emotionalen Belastungen umzugehen, die es früher nicht gab / Collage von My, Foto von pixabay.com, depositphotos.com
Der amerikanische Psychologe Mark Travers hat drei emotionale Schlüsselkompetenzen für Beziehungen im Jahr 2026 benannt.
„Die meisten Beziehungsratschläge, die wir heute online und offline erhalten, laufen auf zwei grundlegende Fähigkeiten hinaus: Sichtbarkeit und Wortschatz. Wir untersuchen unseren Bindungsstil, lernen, unsere Bedürfnisse zu erkennen, klar mit unserem Partner zu kommunizieren und angemessene Grenzen zu setzen. Diese Tipps sind zwar wichtig, aber man sollte sich darüber im Klaren sein, dass sie im Jahr 2026 möglicherweise nicht mehr ausreichen, um eine erfolgreiche Beziehung zu führen“, erklärt er in seinem Artikel für Forbes.
Ihm zufolge werden Beziehungen heute auf ihre Fähigkeit geprüft, mit emotionalen Belastungen fertig zu werden, die früher nicht vorhanden waren. Dies ist auf neue Stressfaktoren zurückzuführen: Unregulierte Technologie, finanzielle Instabilität, kollektive Trauer und schnelle Veränderungen im Leben wirken sich alle gleichzeitig auf Paare aus.
Und hier sind die drei emotionalen Fähigkeiten, die sich im Jahr 2026 erheblich auf Beziehungen auswirken könnten, die er aufgelistet hat:
Verstehen des eigenen Nervensystems und des Nervensystems des Partners. Bei den meisten heutigen Konflikten geht es nicht um die Persönlichkeit, sondern darum, wie gut das Nervensystem in der Lage ist, mit Stress umzugehen. Bei chronischem Stress funktioniert das Gehirn anders, der Geist wird starrer, reaktiver und hartnäckiger. In Beziehungen wird dies oft fehlinterpretiert: Gereiztheit des Partners wird als Wut angesehen, Distanziertheit als Gleichgültigkeit, Direktheit als Vermeidung. Emotional gebildete Partner bewerten nicht so sehr die Worte, sondern die Bereitschaft des anderen. Sie verstehen die emotionale Kapazität ihres Partners und den Moment der Sition, so dass sie wissen, dass eine Pause hilft, die nervlichen Ressourcen wiederherzustellen, um die Beziehung zu reparieren. Eine solche Fähigkeit zeugt von psychologischer Reife: Man braucht physiologische Sicherheit, um sich zu verbinden. Ohne sie funktionieren auch die besten Kommunikationsstrategien nicht.
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Wiederherstellung von Beziehungen ohne Scham und Abwehrreaktionen. Starke Beziehungen zeichnen sich nicht durch die Abwesenheit von Schmerz aus, sondern durch die Qität der Wiederherstellung von Schmerz. Die Forschung zeigt, dass Vertrauen nicht durch makelloses Verhalten oder schöne Entschuldigungen wiederhergestellt wird, sondern durch anhaltende Verantwortlichkeit und emotionale Verfügbarkeit. Das Vertrauen wird wiederhergestellt, wenn die Partner die Folgen anerkennen, offen über das Geschehene sprechen und durch Dialog und gemeinsames Handeln engagiert bleiben. Dies erfordert emotionale Regulierung, Selbstmitgefühl und eine Konzentration auf die Beziehung und nicht auf das Ego. Im Jahr 2026 wird die Unfähigkeit, Beziehungen zu reparieren, zu einem wichtigen Thema werden. Partner, die die Verletzlichkeit des Genesungsprozesses tolerieren können, werden eher stabile als brüchige Beziehungen aufbauen.
Bleiben Sie neugierig auf Ihren Partner. Wenn eine Person müde oder emotional erschöpft ist, nimmt sie das zweideutige Verhalten ihres Partners als negativ oder feindselig wahr. Dadurch wird der „feindselige Interpretationseffekt“ verstärkt und alte innere Skripte werden bekräftigt. Schlussfolgerungen wie „Es ist dir egal“, „Du ziehst dich zurück“, „Ich weiß, wie es enden wird“ entstehen genau deshalb, weil das Gehirn Schnelligkeit und Gewissheit höher bewertet als Ncen. Bleibt dieser Prozess unkontrolliert, bricht die Intimität zusammen: Die Partner beginnen, auf ihre eigenen Geschichten über den anderen zu reagieren, anstatt auf das tatsächliche Verhalten. Diese Fähigkeit erfordert Anstrengung: Man muss offen bleiben, auch wenn es einfacher wäre, selbstbewusst zu handeln. Neugierde reduziert negative Interpretationszyklen und erhöht die Zufriedenheit in der Beziehung im Laufe der Zeit.
„Jede dieser Fähigkeiten ist für sich genommen wertvoll. Zusammen schaffen sie ein emotionales Umfeld, in dem Beziehungen gedeihen und sicher sein können“, so der Psychologe.
Zur Erinnerung: Der Psychologe hat bereits erklärt, warum Menschen in unglücklichen Beziehungen bleiben.

